Der Tierzuchtfonds

Tiere sind ein wesentlicher Bestandteil einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, die sich als Organismus versteht und sich weitestgehend am Kreislaufgedanken orientiert. Hühner, Rinder und Schweine – alle haben ihre Aufgaben und tragen zu einer gesteigerten Lebendigkeit des gesamten Hofes bei. Zudem sind Wiederkäuer wie Kühe und Rinder auf vielfältige Weise ein Segen für die Fruchtbarkeit unserer Böden.

Doch achten und behandeln wir die Tiere entsprechend ihrer Bedürfnisse? Massentierhaltung macht aus Tieren reine Wirtschaftsgüter, die unter erbärmlichen Haltungsbedingungen immer schneller immer mehr Leistung erbringen müssen. Und die Tierzucht liefert das dazu notwendige „Material“.

Die Abhängigkeit des Ökolandbaus von dieser einseitigen Tierzucht ist nicht akzeptabel. Der Tierzuchtfonds, eine gemeinsame Initiative des Deutschen Tierschutzbundes, der Schweisfurth Stiftung und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, will dieser fatalen Entwicklung etwas entgegensetzen. Ziel ist es Zuchtprojekte zu unterstützen, bei denen die Gesundheit, Langlebigkeit und extensive Fütterung der Tiere in den Mittelpunkt gestellt wird.

Neben den Zuchtbemühungen braucht es gesetzliche Regelungen für eine flächengebundene Tierhaltung, um Überdüngung, Gülleexporte und Massentierhaltung zu verhindern. Deswegen muss die Devise lauten: Weniger Quantität, mehr Qualität! Lieber weniger tierische Produkte konsumieren und dafür welche von gesunden und artgerecht gehaltenen Tieren! Um dies zu erreichen brauchen wir eine eigenständige ökologische Tierzucht.

Helfen Sie uns dabei und unterstützen Sie den Tierzuchtfonds durch Ihre Spende.

Eine gemeinsame Initiative von:

Schirmherrin des Tierzuchtfonds

Sarah Wiener

Förderbeispiele

Vom Picken und Scharren

50 Millionen männliche Küken werden, kaum geschlüpft, jedes Jahr in Deutschland getötet. Denn in der Legehennenzucht sind die männlichen Geschwisterküken ökonomisch überflüssig, da sie keine Eier legen und sich nur schlecht mästen lassen. Die neuen und vielfach propagierten Techniken zur Geschlechts-bestimmung im Ei lösen das Problem der extrem einseitigen Züchtung nicht. Die ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) geht deswegen einen anderen, nachhaltigeren Weg: die Zucht von Zweinutzungshühnern.
ÖTZ

Oben ohne?

Fast alle Kühe tragen eigentlich Hörner. Doch aus Platz- und Managementgründen sind viele Tiere inzwischen hornlos. Bis vor Kurzem mussten die Hörner schmerzhaft entfernt werde, inzwischen ist es möglich hornlose Tiere zu züchten. Doch damit nimmt man den Tieren ein wichtiges Kommunikationsmittel und entfernt ein sensibles Organ, das durchblutet, mit der Stirnhöhle verbunden und wie diese mit Schleimhaut ausgekleidet ist. Deswegen sehen einige Landwirt*innen die Hörner als essentiell an. Damit diese auch weiterhin horntragende Tiere halten können, braucht es eine eigene Zucht.
Hornkuh

Ihr Kontakt

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT, TIERZUCHTFONDS

Annika Bromberg


+49 (0)234 5797-5153
annika.bromberg@gls-treuhand.de

Sie wollen mehr über unsere aktuellen Förderprojekte erfahren? Hier geht es zu unserem

Jahresbrief

Grasfresser gesucht

Für viele Landwirt*innen ist das Halten von Stieren auf dem Hof aus Platz- und Sicherheitsgründen schwierig. In der Rinderzucht hat sich deswegen die künstliche Besamung durchgesetzt. Der Nachteil hierbei: es gibt meist nur Sperma von Tieren die einen großen Absatz versprechen und das sind im Allgemeinen Hochleistungstiere. Diese brauchen eine Fütterung von Getreide, Mais oder Soja um genügend Energie für die Produktion von viel Milch zu haben. Betriebe die extensiv wirtschaften und ihre Tiere fast ausschließlich mit deren natürlichen Nahrung Gras füttern, haben deswegen Probleme passende Tiere zu finden. Hier soll ein Projekt Abhilfe schaffen, dass in 2020, 2021 und 2022 Bullen von den Rassen Braunvieh, Original Braunvieh und Fleckvieh absamt.
Bio-KB-Stiere